Kathleen Löpke, Nicolas Mantseris, Caritas Mecklenburg e.V., 2003
Taschengeld ist wichtig.
Jedes Kind sollte frühzeitig den Umgang mit Geld erlernen. Taschengeld ist wichtig.
Auch Eltern, die nur über ein geringes Einkommen verfügen oder Schulden haben, sollten ihrem Kind wenigstens einen kleinen Betrag geben. Taschengeld ist wichtig.
Ihr Kind soll regelmäßig und ohne Ausnahme über eigenes Geld verfügen.
Das Taschengeld steht jedem Kind zur freien Verfügung. Ihr Kind wird schnell merken, dass es sich sein Geld einteilen muss. Taschengeld ist wichtig.
Sie können sich mit ihrem Kind über den sinnvollen Einsatz vom Taschengeld unterhalten.
Klare Regeln:
Auf jeden Fall sollte geregelt werden, was das Kind von dem Taschengeld bestreiten muss. Notwendige Anschaffungen wie Schulmaterialien, Schulspeisung, Bekleidung oder Fahrgeld sollten nicht Bestandteil vom Taschengeld sein. Damit würde das Taschengeld seinen ursprünglichen Sinn verlieren.
Taschengeld sollte sein für:
- individuelle und besondere Wünsche, z.B. CD´s Spielsachen, Bücher, Zeitschriften
- besondere Sport-, Spiel - und Freizeitaktivitäten
- zusätzliche Süßigkeiten (Eis und Getränke)
- Sonderwünsche bei Bekleidung (z.B. Problem des Markenbewusstseins)
Zur Orientierung:
Orientierungswerte für Kinder bis neun Jahre,
bei wöchentlicher Auszahlung:
unter 6 Jahren
0,50 EUR
6 - 7 Jahre
1,50 EUR
8 - 9 Jahre
2,00 EUR
Orientierungswerte für Kinder und Jugendliche,
bei monatlicher Auszahlung:
10 Jahre
12,50 EUR
15 Jahre
25,00 EUR
11 Jahre
15,00 EUR
16 Jahre
30,00 EUR
12 Jahre
17,50 EUR
17 Jahre
40,00 EUR
13 Jahre
20,00 EUR
18 Jahre
60,00 EUR
14 Jahre
22,00 EUR
Sprechen Sie mit Ihren Kindern möglichst offen über Ihre finanziellen Verhältnisse ihres Haushaltes. Auf jeden Fall soll sich das Taschengeld an die finanziellen Möglichkeiten der Familie anpassen.
So kann es sein, dass aufgrund der finanziellen Situation das Taschengeld unter den Orientierungswerten bleiben muss.
Kinder und Jugendliche brauchen Taschengeld, weil ...
- sie so lernen können ihr Geld einzuteilen und damit auszukommen
- damit eigene Vorlieben und besondere Wünsche - ohne ständiges Nachfragen- verwirklicht werden können
- die Kinder und Jugendlichen nützliche Erfahrungen mit Umgang mit Geld selber machen
- sie Freude an der beginnenden Selbstständigkeit und Verantwortung entwickeln, und auch erfahren, dass Wüsche nicht unbegrenzt finanzierbar sind
- es ihnen so auch möglich ist, anderen eine Freude zu bereiten
- das Thema Taschengeld Eltern und Kindern die Möglichkeit gibt, über Wirtschaften, Haushalten und Planen zu sprechen
- durch frühzeitigen und bewussten Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Taschengeld die Grundlagen für sinnvolles Haushalten im Erwachsenenalter gelegt werden kann.
Auch für Haushalte mit nur geringem Einkommen oder Schulden macht eine Taschengeldregelung durchaus Sinn. Sie können mit der regelmäßigen Geldausgabe an ihre Kinder viel besser und übersichtlicher wirtschaften, als mit häufigen Ausgaben zwischendurch.
Besonders wichtig:
Taschengeld ist kein Erziehungsmittel, da so der erwünschte Lerneffekt mit dem verantwortungsbewussten Umgang von Taschengeld nicht erreicht werden kann. Das gilt vor allem bei nachfolgenden Punkten:
- Kürzung als Bestrafung bei falschem Verhalten oder schlechten schulischen Leistungen
- kurzzeitige Erhöhung als Belohnung
- Auflagen, dass Ausgaben abgerechnet werden oder Buch geführt werden muss
- Verpflichtung zum Sparen
- Zweckentfremdung des Taschengeldes (z.B. für Bezahlen von Schulsachen)
- häufig zusätzliches Geld geben, da das Taschengeld bereits verbraucht wurde
- die Erfüllung fast aller Wünsche durch die Eltern
Zum Schluß noch ein Tipp:
Auch Schüler und Auszubildende unter 18 Jahren können schon ein Girokonto eröffnen. Dazu wird allerdings die Zustimmung der Eltern benötigt, die mitzubestimmen haben, wie über das Konto verfügt werden soll.